Live sind Biffy Clyro eine Naturgewalt. Dass die drei Schotten das drauf haben, mussten sie niemandem mehr beweisen - an diesem Donnerstagabend im gut gefüllten Münchner Zenith taten sie es trotzdem, mit voller Wucht.
Nach einem Sommer voller Festivalauftritte ging es für die Band zurück in die Halle. Die Show hatte eine lange Vorgeschichte: ursprünglich schon vor zwei Jahren angekündigt, dann immer wieder verschoben. Umso größer war die Vorfreude, als es endlich soweit war.
Bevor die - laut den meisten T-Shirts im Publikum - "Biffy Fucking Clyro" die Bühne enterten, hatten die fünf Niederländer von De Staat den Job, das Zenith aufzuwärmen. Was bei manchen im Publikum zunächst für ein Stirnrunzeln oder ungläubige Blicke sorgte, kippte spätestens beim ekstatischen "Witch Doctor" in pure Energie. Da kam die Halle das erste Mal richtig auf Betriebstemperatur.
22 Songs, sechs Alben, null Leerlauf
Nach rund 30 Minuten Umbaupause betraten Simon Neil und seine Bandkollegen James und Ben Johnston die Bühne - und lieferten 22 Songs aus sechs verschiedenen Alben. Natürlich dabei: die großen Hits wie "Black Chandelier", "Biblical" oder "Mountains", die von einem erstaunlich textsicheren Publikum aus voller Kehle mitgesungen wurden.
Verstärkt wurde das Trio phasenweise von zwei Geigerinnen, einem zweiten Gitarristen und einem Keyboarder. Das gab den Songs einen unglaublichen Druck. Große Ansagen brauchte Simon Neil kaum - die Musik sprach für sich. Das Hauptset endete mit einem kraftvollen "The Captain".
Vielen Dank, wir sind Biffy Fucking Clyro.
Mit "Different People" - vielleicht einer der besten Opener überhaupt - wurden die Zugaben eingeläutet. Den würdigen Schlusspunkt setzte das aus tausenden Kehlen geschmetterte "Ohhhh Ohhhh" zu "Many of Horror". Verabschiedet wurde München mit einem kurzen, wilden Gruß.
Knapp zwei Stunden voller Energie, Melancholie, Euphorie und Power - dazu ein Sound und eine Lichtshow, die keine Wünsche offen ließen. Ein bestens gelauntes Publikum feierte jede Sekunde davon dankbar ab.
Setlist
- DumDum
- A Hunger in Your Haunt
- Tiny Indoor Fireworks
- The Pink Limit
- Black Chandelier
- That Golden Rule
- Instant History
- Mountains
- Machines
- Unknown Male 01
- End Of
- Wolves of Winter
- Space
- Slurpy Slurpy Sleep Sleep
- Re-Arrange
- Biblical
- Living Is a Problem Because Everything Dies
- Bubbles
- The Captain